Kulturkosten

Nach Möglichkeit sollte man aus wirtschaftlichen Gründen auf Kahlschläge verzichten, da diese immer hohe Pflegekosten und über Jahrzehnte hinweg Ertragsausfall bedeuten. Sollte in Ausnahmefällen der Kahlschlag als sinnvoll erscheinen, weil es sich beispielsweise um nicht standortsgerechte Baumarten handelt, oder Sturm oder Käfer für eine Freifläche gesorgt haben, sollte man den Aufwand für die notwendig werdende Kultur so gering wie möglich halten.

Hierbei besteht immer die Möglichkeit, über die Art der Kulturbegründung, zum Beispiel Saat, Pflanzung oder natürliche Wiederbewaldung nachzudenken. Wenn der Waldbesitzer das Aufforsten und die Pflege nicht selbst übernehmen kann, sollte er Baumarten wählen, die wenig Pflege bedürfen und schnell auf der Fläche etablierbar sind.

Hierbei haben sich sogenannte Vorwälder aus Pionierbaumarten bewährt, die ideal auf die kleinklimatischen Bedingungen der Freifläche angepasst sind und wenig, wenn nicht gar keiner Pflege bedürfen. Nach Dickungsschluss kann dann eine Mischwuchsregulierung durchgeführt werden, um ungewünschtes Füllholz zu entfernen. Gewünschtes Füllholz wird natürlich mit übernommen.

Unter dem transparenten Schirm der Pionierbaumarten stellt sich entweder von selbst Naturverjüngung der Wirtschaftsbaumarten ein, der nun ohne die negativen Einflüsse der Freifläche aufwachsen kann oder es kann nach einmaligem Auflichten darunter gepflanzt werden. Geeignete Pionierbaumarten sind beispielsweise Birke, Eberesche, Edelkastanie oder Erle.

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