Gewinnorientierte Waldbewirtschaftung

Der Waldbau ist eine filigrane Disziplin, bei der es um Fingerspitzengefühl geht, wenn man durch naturgemäße Waldwirtschaft die natürliche Automation nutzen will, was den Input verringert und langfristig Kosten reduziert. Mit der Natur zu arbeiten, statt dagegen führt nicht nur zu stabileren Beständen und dadurch zu weniger Risiko, sondern ist ein praktikables Mittel auf steigende Lohnkosten zu reagieren. Hat man noch vor fünfzig Jahren sehr viel Zeit in die Anlage von Kulturen und deren Pflege gesteckt, kann man sich heute diese Kosten durch gezielte Lichtsteuerung und die Förderung von Naturverjüngung oder das Ausnutzen der natürlichen Astreinigung sparen.

Ein weiterer Aspekt der langfristigen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit kann beispielsweise auch der Ausbau der Nebennutzungen sein. So kann es durchaus sein, dass die Vermarktung von Schmuckreisig eines Baumes ein betriebswirtschaftlich besseres Ergebnis erzielt, als die des Holzes.

Hier gilt es zu prüfen, welche Potenziale hier noch ungenutzt sind, und ob sie mit im Verhältnis stehendem Aufwand zu erschließen sind.

Letztendlich kann die Kommune oftmals auch durch den Einsatz von eigenem Personal Kosten reduzieren. Hierbei muss es nicht unbedingt die Holzernte oder Holzrückung sein, die die Kommune selbst durchführen könnte, was trotzdem unter bestimmten Voraussetzungen möglich wäre. Pflege- und Instandhaltungsarbeiten werden häufig an Unternehmen vergeben, was wiederum Kosten bedeutet. Teilweise werden diese Arbeiten aufgrund der Kosten gerne auch mal vernachlässigt, doch dabei gäbe es zu bedenken dass dies nur eine Verlagerung der Kosten bedeutet: Auf einen späteren Zeitraum und ein ungleich höheres Niveau. Dabei könnte Personal der Kommunen in Eigenregie Arbeiten im Bereich der Kulturanlage und Pflege- und Instandhaltungsarbeiten an Gräben, Wegen und Durchlässen oder auch die Teilvermarktung von Nebenprodukten und Brennholz  durchführen.

Ob diese Möglichkeiten bestehen und inwiefern diese genutzt werden sollten ist Teil der Vorbetrachtungen zum Bewirtschaftungskonzept.

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